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6. Okt. 2026News

33 von 40 abgelehnt: Wie die Analysten von SWC Field Projekte prüfen und warum die meisten nicht weiterkommen

In drei Monaten haben die Analysten von SWC Field 40 Projekte geprüft, die sich unserer Community vorstellen wollten. Nur sieben erreichten die Endphase. Besonders aufschlussreich ist dabei nicht die Zahl der Ablehnungen, sondern der Punkt, an dem sie erfolgen: 18 Projekte bestanden die Prüfung der Eigentümer, der Wirtschaftlichkeit und der rechtlichen Aspekte – und 11 davon bestanden dennoch die Analyse nicht. Ein starkes Geschäftsmodell bedeutet noch nicht, dass die Teilnahmebedingungen in einem angemessenen Verhältnis zu den Risiken stehen. Wir erläutern, wie wir das eine vom anderen unterscheiden und welche Fragen man jedem Projekt stellen sollte.

Warum Analyse wichtiger ist als Intuition

Die meisten Start-ups scheitern nicht plötzlich. Das Analyseunternehmen CB Insights untersuchte 431 geschlossene Venture-Unternehmen: In 70 % der Fälle ging ihnen letztlich das Geld aus, doch das war das Ergebnis und nicht die Ursache. Die tatsächlichen Ursachen traten früher auf – eine unzureichende Übereinstimmung zwischen Produkt und Markt (43 %), ein ungünstig gewählter Zeitpunkt (29 %) und eine Wirtschaftlichkeit, die nicht aufgeht (19 %). All dies lässt sich erkennen, bevor eine Person eine Entscheidung über die Teilnahme trifft, sofern man weiß, worauf zu achten ist.

Wie wichtig dies ist, zeigt eine Studie von Robert Wiltbank und Warren Boeker für die Kauffman Foundation, eine der meistzitierten Untersuchungen im Bereich privater Kapitalbeteiligungen. Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 1 100 Ausstiege von Business Angels aus ihren Beteiligungen. Wer weniger als 20 Stunden für die Prüfung eines Projekts aufwendete, erhielt im Durchschnitt lediglich das 1,1-Fache des eingesetzten Betrags zurück, erzielte also nahezu keinen Mehrwert. Wer mehr als 20 Stunden investierte, erhielt im Durchschnitt das 5,9-Fache des eingesetzten Betrags zurück, bei 40 Stunden und mehr sogar das 7,1-Fache. Die Studie zeigt einen Zusammenhang und keine Garantie, doch die Schlussfolgerung ist eindeutig: Eine sorgfältige Analyse ist einer der wenigen Faktoren, die ein Teilnehmer selbst kontrollieren kann.

Genau diese Arbeit, für die einer Privatperson in der Regel weder die Zeit noch der Zugang zu den erforderlichen Unterlagen zur Verfügung stehen, übernehmen die Analysten von SWC Field.

„Die Aufgabe der Analyse besteht nicht darin, möglichst viele Projekte auf der Plattform zu haben. Entscheidend ist, dass jedes veröffentlichte Projekt die Prüfung des Finanzmodells und der Risiken besteht und dass der Teilnehmer nachvollziehen kann, welche Fragen wir dem Projekt gestellt haben“, – sagt der Leiter der Analyseabteilung von SWC Field, Alexey Nisanov.

Vier Phasen der Analyse

Die Analyse erfolgt schrittweise: Die nächste Phase beginnt erst, nachdem die vorherige abgeschlossen wurde. Solange nicht klar ist, wer hinter dem Projekt steht, ist es nicht sinnvoll, die Wirtschaftlichkeit zu analysieren. Solange die Wirtschaftlichkeit nicht aufgeht, ist es nicht sinnvoll, die Zeit der Juristen in Anspruch zu nehmen.


Phase 1. Wem gehört das Projekt tatsächlich? 6 von 40 bestanden diese Phase nicht

Was wir prüfen. ьie gesamte Eigentümerkette bis zu den letztendlichen wirtschaftlich Berechtigten sowie die Funktion jeder zwischengeschalteten Gesellschaft.

Warum das wichtig ist. Wenn nicht klar ist, wem das Unternehmen gehört, ist auch nicht klar, wer gegenüber den Teilnehmern verantwortlich ist, falls etwas nicht nach Plan verläuft. Zusätzliche Gesellschaften innerhalb der Struktur können verbundene Personen oder Sanktionsrisiken verschleiern, und im Streitfall ist es erheblich schwieriger, Gelder über mehrere juristische Personen in verschiedenen Ländern zurückzuerhalten. Dies ist die schnellste Prüfung, und bereits in dieser Phase scheiden einige Projekte mit intransparenter Struktur aus.

Wann ein Projekt nicht weiterkommt. ьie wirtschaftlich Berechtigten werden nur mündlich offengelegt, niemand kann die Funktion einer Gesellschaft innerhalb der Struktur erklären oder die Angaben aus dem Gespräch stimmen nicht mit den Dokumenten überein. Am häufigsten ist nicht klar, wer überhaupt Mittel einwirbt. Es gibt keine juristische Person, oder sie existiert zwar, stimmt jedoch nicht mit der Beschreibung in der Präsentation überein: Plattform, Code und Marke gehören einer Person oder einem Unternehmen, während die Mittel für eine andere Gesellschaft eingeworben werden. Es kommt auch vor, dass die Gründer im Gespräch selbst nicht sagen können, auf wen das Produkt registriert ist. Unter solchen Umständen ist eine Analyse der Wirtschaftlichkeit nicht sinnvoll: Für den Teilnehmer gibt es keine klar definierte Beteiligungsgrundlage.

Ein anschauliches Beispiel ist ein Start-up aus Zentralasien, das ein AI-System für die medizinische Diagnostik entwickelt. In der Präsentation wurden mehrere Module als funktionsfähig bezeichnet. Aus den Antworten auf unsere schriftlichen Fragen ging hervor, dass es keine juristische Person, keine Mittel auf einem Konto, lediglich zwei Personen im Team und keine Daten für das Training des Modells gab. In der aktualisierten Fassung der Dokumente wurden die zuvor als „funktionsfähig“ bezeichneten Module in den Bereich „Planung“ verschoben. Die Gründer räumten selbst ein, dass die Entwicklung erst eine Woche zuvor begonnen hatte. Für einen Teilnehmer gab es hier schlicht keine belastbare Grundlage für eine Teilnahme: weder ein Unternehmen noch ein Produkt noch einen rechtlich ausgestaltbaren Anteil.


Phase 2. Wie funktioniert die Wirtschaftlichkeit des Projekts? 11 von 34 bestanden diese Phase nicht

Was wir prüfen. Wir übernehmen das Finanzmodell des Projekts nicht ungeprüft, sondern erstellen es selbst neu. Wie viel erwirtschaftet eine einzelne Geschäftseinheit – ein Verkauf, ein Kunde, ein Standort? Wer kauft konkret und über welche Kanäle? Wie bewegen sich die Geldströme von Monat zu Monat?

Warum das wichtig ist. ьie Präsentation zeigt, wie das Projekt erscheinen möchte, das Modell dagegen, wie es tatsächlich wirtschaftet. Zwei der wichtigsten Ursachen für das Scheitern von Start-ups laut CB Insights – ein Produkt, das der Markt in der angebotenen Form nicht benötigt, und eine Wirtschaftlichkeit, die nicht aufgeht – werden genau hier sichtbar. Selbst ein korrekt erstelltes Modell berechnet in der Regel den wirtschaftlichen Effekt für das Unternehmen und nicht für den Teilnehmer. Wir berechnen, welchen Betrag eine Person nach Steuern, Gebühren und Währungsumrechnung tatsächlich erhält. Bei einem Projekt versprach die Präsentation 190 % pro Jahr, während eine Neuberechnung anhand des Auszahlungsplans aus der eigenen Tabelle des Projekts 89 % ergab.

Wann ein Projekt nicht weiterkommt. Am häufigsten hält das Modell der Prüfung anhand der eigenen Zahlen des Projekts nicht stand. Es werden Tabellen vorgelegt, in denen anstelle von Formeln fertige Zahlen eingetragen sind, sodass sich nicht nachvollziehen lässt, wie Umsatz oder Ergebnis zustande kommen. Die Zahlen in der Präsentation und im Modell stimmen nicht überein: In der Präsentation wird ein Umsatz genannt, in der Tabelle ist er nur halb so hoch; die Baukosten betragen in einem Dokument 5 Millionen, in einem anderen 15. Hinzu kommen einfache Rechenfehler: Das Ergebnis wird auf 80 Produkteinheiten verteilt, während der Umsatz auf Basis von 100 Einheiten berechnet wird. Ein weiteres häufiges Warnsignal ist ein Umsatzwachstum von „plus 30 % pro Jahr“, ohne Erklärung, wodurch dieses Wachstum entstehen soll. Wenn wir das Modell neu aufbauen und ausschließlich Zahlen einsetzen, die das Projekt belegen kann, bleibt die attraktive Kennzahl aus der Präsentation in der Regel nicht bestehen.


Phase 3. Was wurde bereits umgesetzt und was kann das Projekt beeinträchtigen? 5 von 23 bestanden diese Phase nicht

Was wir prüfen. Was physisch bereits existiert und nicht nur geplant ist. Welche Erfahrung das Team speziell mit Projekten dieser Art hat. Von wem oder was das Projekt kritisch abhängig ist: einem einzelnen Lieferanten, einer einzelnen Lizenz oder einer einzelnen Person. Die Juristen prüfen das anwendbare Recht, Sicherheiten, Sanktionslisten und Steuern.

Warum das wichtig ist. Ein in sich stimmiges Modell beschreibt, was geschieht, wenn alles nach Plan verläuft. Diese Phase beantwortet die Frage, was diesen Plan beeinträchtigen kann. Die Erfahrung des Teams in der jeweiligen Branche ist keine Formalität: In derselben Studie von Wiltbank und Boeker erzielten Teilnehmer mit fundierten Kenntnissen der jeweiligen Projektbranche deutlich bessere Ergebnisse. Nach Abschluss dieser Phase erhält das Projekt einen regulatorischen Status: Grün – das Projekt kann weitergeführt werden, Gelb – ein externes juristisches Gutachten ist erforderlich, Rot – das Projekt kommt nicht weiter.

Wann ein Projekt nicht weiterkommt. Am häufigsten liegt dies an einer Lizenz, die sich bei der Prüfung als etwas anderes herausstellt. In den Unterlagen heißt es „reguliertes Unternehmen“ oder „unter Aufsicht“, tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Registrierung zur Geldwäscheprävention, eine Mitgliedschaft in einem Branchenverband oder ein Zertifikat eines privaten Beratungsunternehmens, das sich als Regulierungsstelle darstellt. Der zweithäufigste Fall: Das Produkt darf in der beschriebenen Form in dem Land, in dem es angeboten werden soll, rechtlich nicht verkauft werden.


Phase 4. Sind die Bedingungen dem Risiko angemessen? 11 von 18 bestanden diese Phase nicht

Was wir prüfen. Wir vergleichen das Projekt mit anderen aktuell verfügbaren Möglichkeiten mit einem vergleichbaren Risikoniveau. Wir prüfen, was die Projektbedingungen vorsehen, falls das Projekt auf halbem Weg eingestellt wird, für welchen Zeitraum die Mittel gebunden werden und ob ein vorzeitiger Ausstieg möglich ist.

Warum das wichtig ist. Genau hier scheiden die meisten Projekte aus, die bis dahin überzeugend wirkten. Das Risiko bei privaten Beteiligungen ist selbst bei den besten Projekten hoch: In der Studie von Wiltbank und Boeker brachten mehr als die Hälfte der Ausstiege von Business Angels weniger als den ursprünglich eingesetzten Betrag zurück. Deshalb müssen die Teilnahmebedingungen dem Risikoniveau und der Laufzeit entsprechen. Bietet ein Projekt einen wirtschaftlichen Effekt auf dem Niveau verlässlicher Finanzinstrumente, jedoch bei Venture-Risiko und über mehrere Jahre gebundenen Mitteln, sind die Bedingungen ungünstig – selbst wenn das Geschäftsmodell an sich solide ist.

Ein Beispiel ist die Handelsfinanzierung von Kupferlieferungen aus Afrika nach China. Ein Vermittlungsunternehmen kauft Kupfer vom Produzenten und verkauft es an einen Käufer weiter, während die Teilnehmer die Beschaffung finanzieren. Die Transaktionsstruktur war nachvollziehbar, die Beteiligten innerhalb der Lieferkette waren benannt. Die Probleme zeigten sich beim Vergleich von Risiko und wirtschaftlichem Effekt. Abgeschlossene Handelszyklen gab es bei diesem Modell bislang nicht. In der zweiten Phase musste die finanzierende Seite zudem eine Barsicherheit hinterlegen, sodass bei einer Störung innerhalb der Lieferkette die Teilnehmer als Erste Mittel verloren hätten. Der wirtschaftliche Effekt für dieses Risiko war nicht höher als bei anderen Beteiligungsmöglichkeiten, bei denen keine Sicherheit hinterlegt werden muss. Die Entscheidung lautete daher, das Projekt erst dann auf der Plattform zu veröffentlichen, wenn der Pilotzyklus abgeschlossen ist und reale Kennzahlen vorliegen.

Das letzte Wort: Pitch Day vor der Community

Ein Projekt, das alle vier Phasen bestanden hat, wird von den Analysten in einer ausführlichen Analyse dargestellt. Damit ist der Weg zur Veröffentlichung jedoch noch nicht abgeschlossen: Zunächst nimmt das Projekt am Pitch Day teil und stellt sich der SWC Field Community vor.

Der Pitch Day ist eine offene Prüfung. Die Gründer stellen das Projekt vor, während Analysten und Teilnehmer der Community Fragen stellen. Hier wird sichtbar, was aus den Dokumenten nicht immer hervorgeht: wie gut das Team seine Zahlen versteht, wie es auf kritische Fragen reagiert und ob es bereit ist, über Risiken ebenso ausführlich zu sprechen wie über Perspektiven. Nach dem Pitching stimmt die Community ab und äußert ihre Einschätzung zum Projekt.

Anforderungen an Projekte auf der Plattform

Während der Platzierungsphase darf das Unternehmen neuen Teilnehmern keinen Anteil auf Basis einer niedrigeren Bewertung anbieten als den Teilnehmern der laufenden Platzierung. Einmal pro Quartal berichtet es über Verkäufe, Produktion und die verfügbaren Mittel auf den Konten. Die Teilnehmer erhalten das Recht, an nachfolgenden Runden zu denselben Bedingungen teilzunehmen. Nach der Platzierung gleichen die Analysten die tatsächlichen Kennzahlen mit dem Modell ab und kontrollieren, ob die Mittel für die Zwecke verwendet werden, für die sie eingeworben wurden.

Fünf Fragen, die man jedem Projekt stellen sollte

Wir stellen diese Fragen jedem Projekt. Jeder kann sie ebenfalls stellen, bevor er eine Entscheidung über die Teilnahme trifft – unabhängig davon, ob es sich um ein Projekt auf unserer Plattform oder um ein anderes Projekt handelt.

  1. Wer ist der letztendliche Eigentümer des Unternehmens und welche Funktion hat jede zwischengeschaltete juristische Person innerhalb der Struktur?
  2. Kann das Finanzmodell geöffnet und nachvollzogen werden, wie die Zahlen berechnet werden?
  3. Woher soll das Umsatzwachstum kommen: welche Kunden, welche Vertriebskanäle?
  4. Welche Steuern, Gebühren und Kosten der Währungsumrechnung wirken sich auf die Bedingungen meiner Teilnahme aus?
  5. Was sehen die Projektbedingungen vor, wenn das Projekt auf halbem Weg eingestellt wird, und kann ich vor Ablauf der vorgesehenen Frist aussteigen?

Hinzu kommt ein weiteres Merkmal, das man erst nach der Analyse Dutzender Projekte wahrnimmt: Achten Sie darauf, was sich zwischen verschiedenen Versionen der Dokumente verändert. Ein Projekt sendet zunächst eine Präsentation und anschließend eine „aktualisierte“ Version, in der ein Teil der Module ohne Kommentar vom Abschnitt „funktionsfähig“ in den Abschnitt „Planung“ verschoben wurde. In der E-Mail wird dies nicht erwähnt; die Änderung fällt nur auf, wenn beide Versionen nebeneinandergelegt werden. In der Regel bedeutet dies, dass die erste Version für die Präsentation des Projekts erstellt wurde und die zweite erst nach den Fragen der Analysten entstanden ist.

Erleben Sie die Analyse live

Beim Pitch Day von SWC Field am 13. Oktober um 16:00 Uhr MSK stellen sich die Projekte, die die Analyse bestanden haben, der Community vor. Fragen werden ihnen von den SWC-Foundern und den Führungskräften der internationalen Community gestellt.

Die Teilnahme ist kostenlos, die Registrierung läuft bereits unter diesem Link: https://us06web.zoom.us/meeting/register/lrGTao_EQfeFjlaf-RPaKA

Dieser Text dient ausschließlich zu Informations- und Bildungszwecken und stellt keine individuelle Finanzberatung dar.

SWC Field ist eine Informationsplattform und ein Projektschaufenster. SWC Field übt keine Investitionstätigkeit aus, wirbt keine Geldmittel ein, ist keine Vertragspartei bei Vereinbarungen zwischen Teilnehmern und Projektinitiatoren und erteilt keine Investitionsempfehlungen. Die beschriebenen Analyseverfahren stellen kein rechtliches, steuerliches oder finanzielles Gutachten dar, garantieren weder die Vollständigkeit noch die Richtigkeit der von den Projektinitiatoren bereitgestellten Informationen und schließen Risiken nicht aus. Die Teilnahme an Projekten ist mit Risiken verbunden, einschließlich des Risikos eines vollständigen Verlusts der eingesetzten Mittel. Die Entscheidung wird vom Teilnehmer eigenständig getroffen. Das Material stellt kein öffentliches Angebot dar und ist nicht zur Verbreitung in Rechtsordnungen bestimmt, in denen eine solche Verbreitung eingeschränkt ist.


Quelle: swcfield.com

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